Die Sage von Ueli und Christoph*

Die Sage von Ueli und Christoph besagt, dass die beiden Knaben als Kinder oft zusammen waren. Und als sie da so das eine und andere machten, da schnitt der Kleine Christoph einmal hermassen auf, er sei halt schon der bessere der beiden Schlingel und dass der Ueli es nicht mal annähernd mit ihm aufnehmen könne. Das liess Ueli noch kalt. Um dem Ganzen dann aber noch so das i-Tüpfelchen zu verleihen, verkündete Christoph schliesslich, Ueli werde schon bald eine Abreibung erhalten. Und dann werde er schon sehen, wer der bessere sei.

Das machte den kleinen Ueli dermassen fuchsteufelswild, dass er Christoph gleich eine herunterhaute. So wirklich aus dem Affekt heraus dass es dem Ueli richtig wohltat. Schliesslich zeigte das, dass ER ja doch der bessere sei. Und dann gingen beide nach Hause.

Zu Hause erzählte aber der kleine Christoph sofort, dass der böse Ueli ihn geschlagen hätte, worauf sein Vater sofort den Vater des Schlägers anrief und verlangte, dass der Ueli dafür bestraft werden müsse. Immerhin habe er durch das Schlagen des kleinen Christophs gegen verschiedene Gesetze verstossen und wenn der Vater nicht sofort den Schläger bestrafe, dass er dann Strafanzeige erstatten würde mit dem ganzen Rösslispiel das dann da dranhänge.

Uelis Vater befragte seinen Sohn und wollte von ihm wissen, ob er das gemacht habe. Ueli wollte dem Vater noch erklären, wieso es denn so weit gekommen sei. Aber der Vater wollte das nicht wissen – ausser es sei etwas, das Christoph mit dem Gesetz in Konflikt gebracht hätte. Ueli überlegte und musste eingestehen, dass Christoph nichts ungesetzliches gemacht habe – er habe nur provoziert. Der Vater erklärte ihm, dass das nichts verbotenes sei und er deshalb auf der schlechteren Seite stehe. Ueli akzeptierte schweren Herzens die vom Vater vorgeschlagenen drei Hiebe auf den Hintern.

Was aber viel mehr weh tat, war die Tatsache, dass Christoph recht behielt mit der Abreibung und dass er nicht mal sagen konnte, er habe diese von Christoph erhalten. Dieser aber erzählte von da an, dass der Ueli ein ganz gemeiner sei, der sogar von Ohrfeigen nicht zurückschrecke. Und auch da konnte Ueli nichts dagegen tun, da er ja tatsächlich dem Christoph eine geschmiert hatte.

Und was sagt und diese Geschichte? Dass es gegen Aussen viel wichtiger ist, wer etwas getan hat und weniger, was vorher gesagt wurde.

Der Politblogger

* Die Namen sind der Redaktion bekannt ;-)

Bisher keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort