Du bekommst Unsterblichkeit – ich bekomme Deine Seele
So liest man es seit dem Ostersonntag von diversen Plakatwänden. Laut 20 Minuten soll es eine dieser unsäglichen Kampagnen sein, welche in der Bevölkerung ein grosses Fragezeichen erzeugen soll um sich dann die Auflösung noch viel besser einprägen zu können.
Dass sich der Kampagnenleiter ausgerechnet für den Ostersonntag als Kampagnenstart festgelegt hat zeigt (neben dem Inhalt) deutlich, dass als Zielgruppe nicht die konservative (und Kirchentreue) Bevölkerung angesprochen werden sollte sondern eher die junge, atheistische (und satanistische?) Bevölkerungsschicht.
Wer dahintersteckt? Grosses Fragezeichen!
Die politischen Parteien sind für einmal aus dem Schneider: Weder die Werteparteien CVP, EVP als auch die provozierende SVP könnte sich solche Plakate erlauben, sind doch ein grosser Teil deren Stammwähler genau der Bevölkerungsschicht zuzuordnen welche ich oben als „Nicht-Zielpublikum“ beschrieben habe.
Aber auch die SP und die Grünen scheiden als Urheber definitiv aus. Die haben heute ja gerade beklagt, dass sie zuwenig Geld hätten, um die Einbürgerungs-Initiative der SVP zu bekämpfen. Und dann eine solche Kampagne ohne ein konkretes politisches Anliegen? Mit ein bisschen guten Willen könnte man aber durchaus eine entsprechende Botschaft zurechtzimmern: „Du verkaufst mir Deine Seele, dafür dürfen auch künftig alle Ausländer einfach Schweizer werden“.
Was das mit Unsterblichkeit zu tun hat? Naja – immerhin haben die meisten (ja ja – auch die von der SVP) Schweizer mindestens einen Ausländer in ihrer Ahnengalerie. Auch unser C.B., dessen Urgrossvater ja bekanntlich in einem Dorf eingebürgert wurde in dem er niemals gelebt hat. Und für eine blendende Zukunft werden wir in der Schweiz auch weiterhin auf ausländische Arbeiter, Denker, Lehrer (und deren politisch aktiven Urenkel) angewiesen sein. Und das gibt dann die Unsterblichkeit.
Dabei hat laut heute von heute jemand ganz anderes seine teuflischen Hände im Spiel: Tele2 soll es sein. Das soll die Post verpatzt haben indem sie bereits heute schon Flyer mit der Auflösung aufliegen hatten. Passt doch irgendwie: Ein verhauener Kampagnenstart am falschen Datum und eine verpatzte Auflösung kombiniert mit einem miesen Produkt. Denn was eine Telefongesellschaft mit dem Teufel zu tun hat, das wissen wohl nur jede, welche schon mal eine Rechnung nicht bezahlt haben: Für das Wiederaufschalten einer Leitung, welche nur noch „Dieser Anschluss wurde gesperrt. Bitte kontaktieren Sie ….“ von sich gibt, muss man manchmal tatsächlich den Teufel bemühen.
Und unsterblich ist lediglich der Hohn der Freunde und Kollegen welche sich ewig über den Rechnungsschussel amüsieren.
OK – das ist ziemlich weit hergeholt für ein Politblog. Aber Spass hat es trotzdem gemacht, darüber zu phantastieren.
- Der Politblogger
4 Kommentare bis jetzt
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[...] Ich vermute dahinter Unfall und Aloholprävention eines Versicherers oder ähnliches. Der Politblogger greift auf Zeitungsberichte von Heute und 20Minuten auf, welche dahinter den Telekomanbieter Tele2 [...]
http://theswiss.twoday.net/stories/4821369/
PLAKAT DES JAHRES!!!!!
brauch keine Erklärungen abzugeben, keine Zielgruppen anzugeben ,spricht genau die an die es zu deuten wissen, denn für andere ist es nicht von Bedeutung und kommt genau dort an wo es ankommen will.Total genial!!!Hätte schon viel,viel früher kommen müssen!!
vermute schon von wem es kommt,würde es aber trotzdem gerne wissen.
Seit gestern ist es sogar hochoffiziell, wer diese tolle Kampagne gestartet hat. Es ist tatsächlich wie von heute gemeldet Tele2.
Tele2 meint in der Auflösung, dass ihr Deal im Gegensatz zu dem mit dem Teufel ein guter sein soll.
Da darf man ja zurecht gespannt sein, wie lange es diesen guten Deal denn noch gibt, da sie für die Gespräche in andere Netze offensichtlich mehr weitergeben müssen als sie vom Kunden kriegen. Die „Fair-Use-Klausel“ soll Tele2 die Möglichkeit geben, dauerplapperer wieder aus diesem „Good Deal“ rauszuekeln.
Die Blogosphäre wird dranbleiben….