Der ESC als Bundes-Forschungsobjekt

Letztes Wochenende gab es lange Gesichter wegen dem früher sehr populären Eurovision Song Contest der gemäss „20 Minuten“ inzwischen „Eastvision Song Contest“ heissen sollte. Nicht nur in der Schweiz, welche sich ja nicht für den „Final“ vom Samstag qualifiziert hat sondern auch in Deutschland und einem weiteren Letztplatzierten England ist die Stimmung am Tiefpunkt.

Freunde sind auch beim ESC wichtig Auch wenn man in den anderen genannten Ländern die Gründe anderswo sieht – hierzulande sind sie ja bekanntlich immer schnell gefunden: Keine Verbündete, schlechter Ruf in Europa etc.

Völlig unbestätigte Stimmen aus dem Bundeshaus haben nun aber dem Politblogger zugetragen, dass die Weigerung von SF DRS dem ESC den Rücken zuzukehren, seine Wurzeln tief im Bundesrat hat: Ein interdepartementelles Team von hochqualifizierten Forschern benutzt nämlich den ESC als Forschungsobjekt für die Politik. Als untrüglicher Gradmesser bezüglich unserer Beliebtheit in Europa und Schaufenster unserer eigenen Kultur (siehe Piero Esteriore und Co.) gibt unser Abschneiden am ESC nämlich einen wertvollen Input zu den brennendsten Innen- und Aussenpolitischen Themen dieses Landes:

  • Kann das deutsche Volk gewonnen werden, indem das Bankgeheimnis gelockert würde?
  • Kann das britische Volk für eine Allianz gegen den Euro gewonnen werden?
  • Kann das portugiesische Volk für eine Allianz gegen den Balkan geformt werden?
  • Kann eine „Allianz der westeuropäischen Willigen“ etwas gegen die osteuropäischen Sippschaften ausrichten?

Federführend sollen hochkarätige Assistenten von Couchepin (der für die Kultur in diesem Land besorgt ist) und Calmy-Rey (besorgt es der Schweiz im Ausland) sein. Erste Resultate sollen in den nächsten Wochen den beiden Bundesräten vorgelegt werden. Die (wie üblich ungenannten) Informanten des Politbloggers haben aber bereits Details durchsickern lassen. So sollen unter anderem Folgende Reformen des ESC vorgeschlagen werden:

  1. Neu soll auch Iran abstimmen dürfen, damit die Schweiz so richtig Gas geben kann
  2. Ebenfalls sollen Aserbaidschan und Kasachstan mitstimmen dürfen, damit die Währungsfonds-Reserven sinnvoll investiert können. Zudem gilt als sicher, dass die Stimmen aus diesen Ländern nicht dem Volkszufall überlassen werden müssen.
  3. Der ESC soll neu nicht mehr nach Ländern organisiert sein sondern nach Kulturgruppen

Dies hätte folgende Vorteile für die Schweiz (und damit für die westeuropäische Kultur!):

  • Die Balkanstaaten (Serbien, Montenegro, Kosovo, Kroatien, Albanien, Ungarn, Slowenien) sowie die Ex-Sowjetrepubliken (Russland, Weissrussland, Ukraine) müssten sich jeweils eine einzige Kandidatur teilen – ein gegenseitiges Zuschieben von Punkten wäre nicht mehr möglich
  • In Westeuropa ist ja keine einheitliche Kultur auszumachen (das manifestiert sich ja jeweils an den EU-Gipfeltreffen). Im Gegenteil: Hier würde eine regelrechte „Balkanisierung“ stattfinden:
    - Frankreich würde in mindestens 5 Teile zerfallen (Paris, französisch Frankreich, Elsass, Korsika und die Überseegebiete) zerfallen
    - England ergäbe die Teilregionen des Königreiches
    -  Deutschland würde in mindestens 3 Teile (Ost-/Westdeutschland und Bayern) eingeteilt
    -  und die Schweiz würde neu 4 Kandidaten entsenden dürfen.

Diese Vorschläge sollen schon in den nächsten Wochen dem Eurovisions-Kommitte übermittelt werden.

Damit es nächstes Jahr mindestens 1 Schweizer Kandidat mit mindestens 36 Punkten in den Final schafft.
Naja – sagen wir mal, dass ein Kandidat ca. 20 Punkte schaffen sollte. Oder so 15? 10?

- Der Politblogger

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